Eine Nacht in der Kalahari-Wüste

Eine Nacht in der Kalahari-Wüste

Die MatadorU-Studentin für Reiseschreiben, Alexandra Orford, verbringt eine Nacht in der Kalahari.

Für mich ist die Kalahari horizontale Linien. Breiter, blauer Himmel und ein flacher, endloser Horizont, gesäumt von hüfthohem Feldgras und Khaki-Sträuchern. Gelegentlich brechen Akazienbäume die Linien, aber auch ihre Spitzen sind weit gespannt.

Die Nacht kommt und die Kühlanlagen setzen ihre Düfte frei. Der Duft von wildem Salbei schwebt durch die Luft. Die Temperaturschwankungen der Wintermonate überraschen mich immer noch. Die Tage liegen oft in der Mitte der 20er Jahre (Celsius), und die Nächte fallen fast eiskalt. Ich ziehe ein Trikot an.

Wir drängen uns um das Lagerfeuer und lachen und erzählen Geschichten von einer großen, anmutigen Giraffe, die seine langen Wimpern flattert und ein Nasenloch mit seiner geschickten lila Zunge leckt. von Elefanten, die sich sanft berühren und Longdrinks ziehen und mit ihren Stämmen Blasen am Wasserloch blasen; vom Nashornvogel, der das Mittagessen mit seinem gebogenen, schweren Schnabel inspiziert.

Unsere Bäuche sind voll und warm von der Potjie Kos (Niederländisch, was „kleines Topfessen“ bedeutet), gekocht in einem dreibeinigen Eisentopf.

    „Ich denke, als unsere Vorfahren Feuer machten, hatten sie es Potjie Kos.”

    "Jagen und sammeln für den Topf."

    „Köstliche Eintöpfe bestehen aus dem, was ihnen begegnet ist. Gemsbuck-Fleisch und Morama-Bohnen an einem Tag und Springbuck-Fleisch und Tsama-Melonen am nächsten. “

    "Überlagert in der Reihenfolge, in der sie gefunden wurden."

    "Langsam gekocht und in Soße mariniert, die aus den verschiedenen Säften der Zutat besteht."

    „Ein echter Vorgeschmack auf das Land. Kein Gericht jemals gleich. "

    „In diesen Tagen kochen wir, was wir unterwegs in den Dörfern finden. Nicht ganz dasselbe, aber es funktioniert. “

Feuer verwandelt sich in Kohle. Insekten huschen und zwitschern im Hintergrund. Hin und wieder hören wir den Ruf des Schakals mit dem schwarzen Rücken. Wir beginnen uns niederzulassen.

Am Rande unseres Kohlenlichts schiebt ein Mistkäfer entschlossen seinen Mistball. Wir beobachten ihn eine Weile leise.

    "Wussten Sie, dass Mistkäfer wie wir die Milchstraße benutzen, um zu navigieren?"

Wir drehen uns um und schauen auf. Es gibt keinen Mond. Die Milchstraße wird über den Himmel verschüttet. Ich halte den Atem an. In der Kalahari können Sie sich groß fühlen, wenn Sie etwas Kleines beobachten, sich winzig fühlen, wenn Sie erkennen, dass Sie Teil eines unendlichen Universums sind, und gleichzeitig fühlen, dass Ihre Seele zu groß für Ihre Brust ist.

Schließlich gehen wir ins Bett.

Ein Löwenstolz weckt mich. Ich mache kein Geräusch, liege still in meinem Schlafsack und höre zu. Ich fühle mich privilegiert, begeistert, ein wenig verängstigt. Die Theorie ist, dass ich in einem Zelt sicher bin. Tief im Inneren oder vielleicht nicht so tief im Inneren bin ich nicht davon überzeugt, dass der millimeterdicke Zeltstoff ausreicht, um mich zu schützen. Mein wild schlagendes Herz stimmt zu.

Kurze Zeit später sind das Brüllen und Grunzen verschwunden. Ich krieche aus meinem Zelt und sehe, wie die Morgendämmerung über den Horizont hereinbricht. Die Luft riecht eisig und süß.

In der Asche des Feuers der letzten Nacht befinden sich ein paar heiße Kohlen. Ich füge Anzünder und Holz hinzu. Bald fangen sie an zu brennen und der Rauch vermischt sich mit dem Geruch von Frost auf trockenem Feldgras. Ich stelle einen alten, ramponierten Kessel auf einen Grill über die Flammen und warte, bis das Wasser zum Kochen kommt.

Wenig später klappert der Deckel mit Dampf. Ich greife mit einem Tuch nach dem Kesselgriff und gieße mir eine Tasse Kaffee ein. Dann lehne ich mich zurück, nehme einen Schluck und beobachte den gelben Sonnenaufgang. Es ist sehr wenig Rosa am Himmel, da die Luft so rein ist.

Die anderen schlafen noch. Es ist friedlich. Vögel singen sanft den Tag zum Leben. Wenn ich ausatme, macht mein Atem weiße Federn.


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